NEUGESTALTUNG GEMÜSEMARKT FULDA [ < ] [ Publikation ] [ Büro ]
 

 

 

EU-offener Wettbewerb 2000, 1.Preis
Deutscher Städtebaupreis 2004,
Besondere Anerkennung
Fertigstellung 2003
in Kooperation mit Jörg Baumeister und Büro Herbert
Städtebauliche Neugestaltung des Gemüsemarktes
in der Innenstadt von Fulda
Wohn- und Geschäftshäuser, Tiefgarage,
Platzgestaltung
Grundlage für Bauleitplanung und Neubebauung,
Entwurfsplanung und Leitdetails Fassaden
BGF: ca. 6000m2
Auftraggeber: Stadt Fulda

Das Projekt ist das Ergebnis eines im Jahr 2000 ausgelobten Ideenwettbewerbes für die städtebauliche Erneuerung des Gemüsemarktes in Fulda. Die Wettbewerbsaufgabe wurde vergleichsweise offen formuliert, weil erst ein konkreter städtebaulicher Entwurf eine gültige Lösung erbringen sollte. Umso bemerkenswerter und souveräner erscheint die Entscheidung für das Projekt mit dem „Solitär“ mitten auf dem Platz. Aus dem leicht provokanten strengen Kubus des Wettbewerbsbeitrags entwickelte sich ein schlichter und schlanker, himmelwärts strebender Bau, der Einblicke gewährt, Ausblicke gestattet und in der Dunkelheit als „Lichtgestalt“ erscheint. Das neue Haus markiert drei interessante Stadträume mit ganz unterschiedlichem Charakter: Im Süden gelang die Reminiszenz an den trichterförmigen Marktplatz. Im Westen ist die Kanalstraße insbesondere aufgrund der Höhe des Gebäudes in ihren Konturen wieder stärker erlebbar. Schließlich entstand im Süden über der neuen Tiefgarage ein wohltuend proportionierter Platz für den eigentlichen Marktbetrieb. Der mehr als ein halbes Gebäudegeschoss betragende Höhenunterschied wird über eine kontinuierliche Neigung der Platzfläche ausgeglichen, in die auf der Nordseite geschickt eine Terrasse integriert ist, die zum Platz hin auch als lange Bank fungiert. Heute ist der Gemüsemarkt ein lebendiger und vielfältig genutzter öffentlicher Stadtraum geworden, der nicht zuletzt wegen der raffinierten Stellung, Kubatur und Architektur des neuen Hauses großzügig und intim zugleich scheit. Er wirkt weder historisierend oder gar heimattümelnd, wohl aber geschichtlich.

Auszug aus einem Text von Prof. Iris Reuther, Leipzig, anlässlich der Verleihung des deutschen Städtebaupreises 2004

 

 

 

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