JUGENDFREIZEITEINRICHTUNG SIEGFRIEDSTRAßE BERLIN [ < ] [ Publikation ] [ Büro ]
 

 

 

Das Planungsgrundstück befindet sich an der ost-westlich verlaufenden Grenzlinie zwischen der Blockrandbebauung des Nibelungenviertels im Süden und einem unmittelbar angrenzenden, große;räumigen Gewerbegebiet im Norden. Es entwickelt sich parallel als Streifen entlang dieser Grenze, welche mit einer durchgehenden Mauer an seiner Nordseite eine eindeutige Barriere zwischen den beiden Stadtbereichen darstellt und eine weitere Verknüpfung der Quartiere untereinander auch künftig vollständig unterbindet.. Der als „Grünzug" zu entwickelnde Übergangsbereich zum nördlichen Gewerbegebiet wird diesen räumlichen Abschluss nach Norden qualitativ festschreiben.
Dem neu geplanten Gebäude der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung kommt eine Sonderstellung zu, da sich dieses als Einzelbauwerk, eingebettet in diesen linearen Grünraum, strukturell von der benachbarten 4-geschossigen Blockrandbebauung deutlich unterscheiden wird. Gleichzeitig soll es auch als integraler Bestandteil des Wohnquartiers zu lesen sein, was eine präzise städtebauliche Verknüpfung mit diesem erfordert.
Eine solche Verbindung gelingt durch die Thematisierung der eindeutig gegebenen städtebaulichen Richtungen: Die Qualität des längsgerichteten Grünraumes wird genutzt, um die internen Bereiche in Ost- und West Richtung in diesen Raum hinein zu orientieren.
Aus der Struktur des südlich anschliessenden Wohnquartiers wird eine eindeutige Erschliessungsrichtung in Nord-Süd-Richtung abgeleitet. Dabei wird das neue Gebäude exakt auf die nord-südlich verlaufende Hagenstraße;e ausgerichtet, was eine präzise Positionierung des Einganges in der Straßenflucht ermöglicht und das neue Haus selbstverständlich zum Teil der Quartiersstruktur werden lässt.
Somit übernimmt die neue Jugend- und Freizeiteinrichtung eine Gelenkfunktion zwischen den beiden prägenden städtebaulichen Achsen und Richtungen, die in diesem Fall relativ genau in Ost-West und in Nord-Süd-Richtung verlaufen.
Mit einem in sich zentrierten, annähernd quadratischen Gebäude mit einer Mittenüberhöhung wird diese städtebauliche Gelenkfunktion unterstrichen, ohne jedoch mit dem Bauvolumen selbst eine der beiden Achsbezüge hierarchisch zu betonen. Vielmehr findet eine Differenzierung dieser Ausrichtungen in der zweiten Ebene in der Ausbildung der Fassadenöffnungen statt. So wird die Eingangsrichtung mit einer in das Volumen eingeschnittenen Eingangsloggia räumlicher Ausdruck verliehen, während sich die öffnungen der internen Raumbereiche mit einem durchgehenden Vordach nach Osten und Westen jeweils über die gesamte Fassadenbreite erstrecken.


Die Funktionsbereiche der neuen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung sind konsequent entsprechend der städtebaulichen eindeutigen Bindungen und vorgegebenen Ausrichtungen entwickelt: So befindet sich der „offene Bereich" mit multifunktionaler Nutzung in der Mittelachse der Anlage direkt in räumlicher Abfolge zur zentral angeordneten, vorgelagerten Eingangsloggia. Der zentrale Bereich wird räumlich überhöht mit einer „Oberlichtlaterne" betont. Er dient als verknüpfendes Element zwischen östlich angeordnetem Jugendbereich und westlich geplantem Kinderbereich, die jeweils flexibel zu dieser zentralen Raumzone zugeschaltet werden können.

 

 

 

 

  [ zur Übersicht ]   1   2   3   4   5   6   7